KÄRNTNER LANDESHERBAR KL


Sammlungsvielfalt getrockneter Pflanzen, Früchte und Samen

Mit der Gründung eines Naturhistorischen Museums im Kuralt'schen Haus in Klagenfurt im Jahre 1848 wurde auch mit dem Aufbau des Kärntner Landesherbars begonnen. Das Herbarium übersiedelte 1884 in das neu errichtete Museumsgebäude in der Museumgasse. Erfolgreiche Akquisitionen von großen wie auch bedeutenden, historischen Sammlungen fanden durch den Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Die Sammlungen erfuhren im durch einen Bombentreffer schwer beschädigten Museumsgebäude unwiederbringliche Schäden, welche durch eine bis 1972 fehlende wissenschaftliche Betreuung erheblich vermehrt wurden. Mit der Anstellung eines wissenschaftlichen Kurators 1972 erfuhr das Kärntner Landesherbar enormen Aufschwung. Die Räumlichkeiten im Museumsgebäude wurden zu knapp und verhinderten die Aufarbeitung und Zusammenführung historischer Sammlungen. Mit der Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes im Botanischen Garten übersiedelte das Kärntner Landesherbar dorthin und bildete 1998 gemeinsam mit dem Garten die Basis für die Gründung des Kärntner Botanikzentrums.

Das Kärntner Landesherbar ist eine sehr aktive Sammlung, in der aktuell nicht nur mehrere tausend Belege pro Jahr akquiriert, sondern auch historische Belege restauriert und für wissenschaftliche Untersuchungen verfügbar gemacht werden. Mit einem Umfang von derzeit 250000 Belegen sowie vielen Raritäten ist das Kärntner Landesherbar eine bedeutende internationale Sammlung.

Da botanische Forschung nicht ausschließlich auf ein bestimmtes Gebiet bezogen betrieben werden kann, werden für das Kärntner Landesherbar Belege von Höheren Pflanzen, Algen, Moosen, Pilzen und Flechten aus allen Regionen der Welt gesammelt. Schwerpunkte bilden die österreichische Flora und die Flora angrenzender Länder, die Flora von Istrien, spezielle Gebietsfloren sowie Ergänzungen systematischer Gruppen (weltweit), von denen repräsentative Belege fehlen.

Für die Herstellung eines Herbarbelegs von Gefäßpflanzen werden diese gesammelt, gepresst und getrocknet. Anschließend befestigt man sie mit Papierstreifchen auf einem Archivkarton und versieht das Blatt mit einer vollständigen Dokumentation in Form eines Etiketts. Pilze, Flechten und Moose werden ebenfalls präpariert, getrocknet, aber in aus Papier gefalteten Kapseln aufbewahrt.

Hölzer, Samen und Früchte lassen sich oft nicht auf Herbarbögen befestigen, manche Pflanzen können auch nicht gepresst werden. Für diese Objekte sind als Sondersammlungen die Holzsammlung, die Karpologische Sammlung, die Sammlung pflanzlicher Drogen und die Sammlung von Fixierungen in Alkohol eingerichtet.

Besondere Raritäten des Kärntner Landesherbars sind das älteste Herbarium in Kärnten, das „Herbarium Vivum“ aus dem Jahr 1752, das 14000 Belege aus aller Welt umfassende Herbarium Traunfellner aus den Jahren 1805 bis 1835, die Algensammlung Maximilian Daublebskys Freiherr von Sterneck zu Ehrenstein sowie die Sammlung von Typusbelegen, die als Beleg für die Erstbeschreibung neuer Arten dienen.
Mehr über das Erforschen und Sammeln von Meeresalgen im 19. Jahrhundert finden Sie auch hier.