Adventzeit ist Keks-Zeit!

Weihnachtsgebäck

Schon lange vor Lebkuchen, Christstollen, Früchtebrot, Zimtstern, Spekulatius und Vanillekipferl finden wir Belege für das Backen zu Festtagen, wobei das Weihnachtsgebäck vermutlich auf die mittelalterlichen Klöster zurückgeht.

Das Weihnachtsgebäck wird traditionell in der Adventzeit gebacken und in der Weihnachtszeit verzehrt.

Den Reigen der weihnachtlichen Backwaren eröffnen nicht Kekse, sondern „gewöhnliche“ Opfer-, Haus- oder Gebildbrote. Weihnachtskekse, wie wir sie heute kennen und schätzen, backen wir erst ab dem frühen 20. Jahrhundert und das Wort „Keks“ lehnt sich an die englische Bezeichnung „cakes“ (engl. für Kuchen) an.


Eine kurze Geschichte des Kekses

Was wäre der Advent ohne den Duft süßer Weihnachtsbäckerei in der Stube. Es ist das Backen von Weihnachtskeksen, das uns das Gefühl von Ruhe und Behaglichkeit vermittelt in einer Welt des hektischen Alltags. Das jährlich sich wiederholende Element weihnachtlicher Hausbäckerei wird sehnlich erwartet und jedermann wird bestätigen, dass Kekse um Weihnachten am besten schmecken. Weihnachtskekse gehören somit zum traditionellen Kulturelement unserer Gesellschaft.

Allerdings sind Weihnachtskekse ein sehr junges Kulturgut, keine 200 Jahre alt. Aber was gab es vorher?

Zur Zeit der Römer, im 3. Jahrhundert v.Chr., ist waffelartiger Bisquit, (aus dem lat. biscoctus, „zweimal gebacken“) ungesüßt und hart bekannt gewesen.

In den mittelalterlichen Klöstern wurde Weihnachtsgebäck nach alten, überlieferten Rezepten mit exotischen Gewürzen, unter anderen mit Zimt, Nelken, Ingwer, Kardamon etc., hergestellt. Es war wohl auch die Zeit der ersten Lebkuchen (lat. libum, Fladen), den man mit Honig gesüßt hat und als „Pfefferkuchen“ vermarktet hat. Ebenfalls in Klöstern wurde der Christstollen, als Symbol für das eingewickelte Jesuskind, gebacken.

In Kochbüchern des 15./16. Jahrhunderts wird in Rezepten allmählich auf die Verwendung von Butter und Zucker verwiesen. Allerdings waren zu jener Zeit Rezeptsammlungen nur selten in Umlauf, da die eigentlichen Rezepte geheim waren und nur mündlich weitergegeben wurden. Es gilt aber als erwiesen, dass Honig als Süßstoff vom Zucker (Rohrzucker), den die Kreuzfahrer von ihren Reisen mitbrachten, abgelöst wurde. Neue Gewürze wie Vanille oder Mandeln (Marzipan) hielten in den Backstuben ebenfalls Einzug.

Aus Kärnten ist bekannt, dass Hirsebrei mit Zimt und Zucker als Süßspeise zu Festanlässen wie Hochzeit, Ostern oder Weihnachten gereicht wurde. Auch hier muss man festhalten, dass Süßspeisen, wie auch die im 17. Jahrhundert aufgekommene Schokolade, bis ins 18. Jahrhundert der Herrschaft bestimmt waren.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zu Beginn der Industrialisierung, hat man es plötzlich mit neuen Geräten zu tun: Teigspritzen und Ausstecher aus Blech. Neue Formen wie Herzen, Sonnen, Monde, Kleeblätter, Pilze etc. bestimmen bis Heute die Kreativität in der Backstube.

Kekse waren jetzt in aller Munde.

Red. Dr. Heimo Schinnerl


Literatur:
Ernst Burgstaller: Österreichisches Festtagsgebäck; Trauner Verlag, Linz 1983.
Paul Kaufmann: Brauchtum in Österreich; Wien 1982.