MISTELZWEIGE

Sind Misteln Glücksbringer, Symbole der Liebe oder doch nur Schmarotzer?

Da die Laubholz-Mistel (Viscum album) ihre grünen Blätter auch im Winter behält, galt sie schon bei den Römern als Symbol des Lebens und Überlebens.

Dies hat die immergrüne Pflanze ihrem Chlorophyll zu verdanken, mit welchem sie selbst Photosynthese betreibt.

Das Aufhängen von Mistelzweigen geht ursprünglich auf einen angelsächsischen Brauch zurück, der auch bei uns Einkehr gefunden hat – so wird ein Kuss unter dem Mistelzweig als Tradition angesehen und soll Glück im neuen Jahr bringen.

Weltweit gibt es mehr als 70 Arten der Gattung Viscum, wobei zwei davon (Laubholz- und Tannen-Mistel) in Kärnten zu finden sind. Misteln sind von einer Wirtspflanze abhängig. Sie beziehen von ihr Wasser und Nährsalze, stellen ihre Assimilate aber selbst her und werden daher als Halbschmarotzer bezeichnet. Bei starkem Befall können sie ihrem Wirtsbaum erheblichen Schaden zufügen, wobei ein Baum viele Jahrzehnte mistelbewachsen leben kann, bevor er abstirbt. Zuvor versuchen sich Bäume oftmals mit Trenngewebe vor dem Mistelangriff zu schützen, durch die Äste, die von Misteln befallen sind, abfallen. Die Früchte und Samen der gemeinen Mistel, denen ein süßlicher Geschmack nachgesagt wird, sind ein wichtiger Bestandteil der Winternahrung einiger Vogelarten.