Dorn-Wolfsmilch

Euphorbia spinosa

Eine Gruppe von abgeflacht halbkugeligen, stechenden Euphorbia spinosa-Sträuchern blüht derzeit im Mediterraneis-Quartier im Botanischen Garten Klagenfurt.

Unter der Mediterraneis versteht man die geografische Region rund um das Mittelmeer. In dieser Region treten häufig magere, flachgründige, oft felsige Standorte auf, die von Zwergstrauchformationen bewachsensind. Einer der Zwergsträucher dieser auch als „Garigue“ bezeichneten Landschaft ist die Dorn-Wolfsmilch.

Die Gattung Euphorbia zeichnet sich durch eine extreme Reduktion der Blütenorgane aus. Im Bild sind nicht drei Blüten, sondern drei Blütenstände zu sehen. Aus der Mitte jedes Blütenstands ragt eine gestielte, weibliche Blüte heraus. Sie besteht aus einem borstig behaarten Fruchtknoten, einem Griffel und drei tief zweigeteilten Narben. Die weibliche Blüte ist von einer größeren Zahl an männlichen Blüten umgeben, die jeweils nur aus einem Blütenstiel und einem Staubblatt bestehen. Jeder Blütenstand wird von einem Becher aus fünf verwachsenen Hochblättern umgeben. Dieser Becher ist eine Scheinblüte, die als „Cyathium“ bezeichnet wird und sowohl für die Nektarproduktion als auch häufig für die Schauwirkung der Wolfsmilch- Arten sorgt.

Während der Blütezeit der Dorn-Wolfsmilch werden die Cyathien in großer Zahl von Ameisen aufgesucht. Diese sammeln Nektar sowie vermutlich auch Pollen und sorgen bei dieser Aktivität offensichtlich für die Bestäubung der Pflanzen. Auch die Samen werden in den Sommermonaten von Ameisen ausgebreitet werden.

Landesmuseum Kärnten | Text: Felix Schlatti | Stand: 2021-05

Hier finden Sie die zahlreichen Highlights aus dem Botanischen Garten Klagenfurt.

Dorn-Wolfsmilch