Archäologische Fundgrube Magdalensberg

Kärnten hat viele geschichtsträchtige Plätze. Die römische Stadt auf dem Magdalensberg zählt sicher zu den imposantesten Zeugnissen der Vergangenheit. Die Siedlung war nach Expertenansicht die erste Hauptstadt auf österreichischem Staatsgebiet und ist Dauerarbeitsplatz der Archäologen.

Seit mehr als 2.000 Jahren ist der Magdalensberg eine Baustelle. Heimo Dolenz, Archäologe und Feldforscher, arbeitet im Pompeji der Alpen. Genauer gesagt in einer Grube, die in die Zeit 40 vor Christus zurückreicht: „Wir sind Zeugen eines archäologischen Husarenritts, wir sind westlich von der Basilika. Im Lauf der Zeit hat sich Wasserdruck hinter den römischen Mauern aufgebaut, die 14 Meter hoch und drei Meter dick sind. Wir verbessern jetzt das antike Drainagesystem und leiten die Hangwässer wieder ab, damit dieses Rechts- und Staatsdenkmal erhalten bleibt.“

Von Wasser bedroht
Ausgerechnet das älteste Rechtsdenkmal Österreichs, die Forumsbasilika, drohte, einem Wassereinbruch zum Opfer zu fallen. Mittlerweile geben die Forscher aber Entwarnung, noch heuer soll die Mauer trockengelegt sein.

Archäologie heißt bei Weitem nicht nur ausgraben, sondern auch für die Nachwelt erhalten. Denn obwohl die Stadt am Magdalensberg nur drei bis vier Generationen lang bewohnt war, hinterließen seine Bewohner ein reiches kulturelles Erbe, so Dolenz. Man könne es schon mit Pompeji vergleichen, denn man müsse weit nach Italien hinein fahren, bis man Bauten und Architektur in dieser Größer studieren könne.

Nicht nur die Mauern machen das einstige Leben innerhalb dieser norischen Siedlung erlebbar, sondern auch die historischen Funde. Ausgestellt wird im Museum nur das, was auch wirklich vor Ort oder in der Umgebung gefunden wurde. Wie die Statue eines Greifs und eine Repliks des Jünglings vom Magdalensberg. Denn das Original ist verschwunden.

Erkenntnisse zum Leben der Römer
Roland Bäck von der Kulturvermittlung im Landesmuseum sagte, es seien die kleineren Funde, die oft spannende Geschichten liefern. Wie zum Beispiel verbrannte Essensreste, aus denen man sehen könne, welches Getreide die Menschen gegessen hätten, oder auch Kinderspielzeug, das gar nicht so unterschiedlich zum heutigen sei.

Es gibt auf dem Magdalensberg auch Themenführungen, zum Beispiel zur Badekultur der damaligen Zeit. Geöffnet ist der Archäologische Park Magdalensberg noch bis 31. Oktober.

red, kaernten.ORF.at

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