CARINTHIja 2020 in Hermagor

Die Ausstellung wirft einen Blick zurück und wagt gleichzeitig einen Ausblick in die Zukunft.

Die Mobile Ausstellung ist bis 17. Oktober in Hermagor zu sehen, danach in St. Veit an der Glan.

LH Kaiser bei Eröffnung am Vortag des 10. Oktobers: "Damalige Ereignisse wesentlich für unsere Identität."

Die Tour der Mobilen Ausstellung zum Jubiläumsjahr der Kärntner Volksabstimmung CARINTHIja 2020 geht weiter. Heute, Samstag, wurde sie am Hauptplatz in Hermagor in Anwesenheit von Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eröffnet. Zu sehen wird sie in Hermagor bis einschließlich 17. Oktober sein. Nächste Station ist dann St. Veit vom 23. Oktober bis 1. November.

„Warum feiern wir nach 10 Jahren immer noch am 10. Oktober“, fragte Kaiser in seiner Eröffnungsrede. Er antwortete darauf, dass die damaligen Ereignisse wesentlich für unsere Identität als Österreicher und Kärntner seien. Vor allem würden sich daraus auch die Entwicklungen und Chancen unter dem gemeinsamen Dach Europa zeigen. Für den Landeshauptmann ist es wichtig, zurückzublicken, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und daraus die Zukunft zu gestalten. Er lud die Menschen dazu ein, auch die aktuelle, in Slowenien konzipierte Ausstellung zu Abwehrkampf und Volksabstimmung im Kärntner Landesarchiv zu besuchen, welche die Sicht des damaligen SHS-Staates zeige. Außerdem verwies er auf die gerade in Völkermarkt enthüllte Gedenktafel für alle Opfer des Abwehrkampfes – ungeachtet, welcher Seite sie angehörten. „Wir haben aus der Geschichte gelernt. Sich gegenseitig die Hand zu reichen, macht stärker“, so Kaiser. Heute sei Kärnten ein zukunftsgerichtetes, innovatives Land, was auch die 1,6 Milliarden-Investition von Infineon eindrucksvoll unterstreiche. „Kärnten wird auch in Zukunft Kraft daraus schöpfen, dass sich vor nunmehr über 100 Jahren Menschen für das Land eingesetzt haben“, betonte Kaiser.

Hermagors Bürgermeister Leopold Astner sagte, dass das Gailtal zwar nicht bei der demokratischen Volksabstimmung vor 101 Jahren dabei war, aber davor den Krieg in den Karnischen Alpen hautnah erlebte. „Heute haben sich Freundschaften über die Grenzen hinweg entwickelt“, verwies er auf die Chancen im Alpen-Adria-Raum und auch auf die Partnerschaft zwischen Hermagor und dem italienischen Pontebba.

Veranstalter der Mobilen Ausstellung ist das Landesmuseum Kärnten, für das Christian Wieser sprach. Er freute sich darüber, mit „einem meiner Kinder“ in seiner Heimatstadt sein zu können. Igor Pucker, Leiter der Kulturabteilung des Landes, sagte, dass die Mobile Ausstellung Rückblicke, Einblicke und auch Ausblicke in die Zukunft gebe. Erstellt habe sie ein interdisziplinäres Team und auch Künstlerinnen und Künstler haben laut Pucker das Projekt begleitet.

Über Volksabstimmung und Abwehrkampf referierte der Historiker Wilhelm Wadl. Er betonte, dass der 10. Oktober eine Sonderstellung im Geschichtsbewusstsein der Kärntnerinnen und Kärntner einnehme. Der Abwehrkampf sei nicht unwesentlich für den Verlauf der diplomatischen Verhandlungen in Paris gewesen. Die Volksabstimmung aber sei kein „Sieg in deutscher Nacht“ gewesen, die Entscheidung für Österreich sei damals aus Vernunftgründen gefallen. „Das Landesbewusstsein war nämlich stärker als der Nationalismus“, erklärte Wadl. In Kärnten sei keine nationalistische Propaganda gemacht worden, man habe vielmehr das Zusammenleben im Land, wirtschaftliche Gründe und die sozialen Errungenschaften der jungen Republik Österreich hervorgehoben. So sei auch von über 10.000 Menschen mit slowenischer Umgangssprache für Österreich votiert worden. Auf den Bezirk Hermagor eingehend, sagte Wadl, dass dieser nicht unmittelbar von der Volksabstimmung berührt war. Im Ersten Weltkrieg aber habe der Bezirk bei den Opferzahlen an der Spitze der gesamten Habsburgermonarchie gestanden. Zehn Prozent der Bevölkerung seien damals umgekommen.

Zu sehen ist die Mobile Ausstellung in Hermagor von Montag bis Sonntag in der Zeit von 09:00 bis 17:00 Uhr, am Freitag bis 20:00 Uhr. Im Vorjahr waren Völkermarkt, der Großglockner, Feldkirchen, Villach und Klagenfurt Ausstellungsorte, im heurigen Herbst – coronabedingt verschoben – bereits die Bezirksstädte Wolfsberg und Spittal/Drau.

Bei der Eröffnung in Hermagor waren auch viele Trachtenträgerinnen und Trachtenträger sowie Vereine aus der Region, die Landtagsabgeordneten Christina Patterer und Luca Burgstaller sowie Bezirkshauptmann Heinz Pansi anwesend. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Trachtenkapelle Wulfenia Tröpolach.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser

Redaktion: Markus Böhm

Fotohinweis: LPD Kärnten/Höher


Weitere Informationen:

auf der Homepage der Landesausstellung CARINTHIja2020

Land Kärnten News (2021-10-09)


Datum: 09.10.–17.10.2021

Uhrzeit: Mo.–So.: 9–17 Uhr, Fr.: 9–20 Uhr

Zielgruppe: Familien und Erwachsene

Kosten: Eintritt frei!

Ort: Hermagor

Info: Mit Ihrer Teilnahme erteilen Sie uns die Erlaubnis zur Veröffentlichung von Bild- und Tonaufnahmen, die im Rahmen der Veranstaltung / des Programmes entstanden sind. (Z.B. Dokumentation im Jahrbuch Rudolfinum, auf der Homepage und den Social-Media-Kanälen des Landesmuseums Kärnten.)

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CARINTHIja 2020 in Hermagor