Im Advent kommt Ilex zu Ehren

Die Stechpalme oder Ilex gehört zum Advent und Weihnachten fix dazu, vor allem im angelsächsischen Bereich. Als Teil von Gestecken, Kränzen und anderen Dekorationen wird der Ilex auch in Kärnten immer beliebter. In Gärten ist die Stechpalme aber eher selten zu finden.

Weltweit gibt es 400 Arten von Stechpalmen, die auf allen Kontinenten vorkommen. Am häufigsten kommt sie in Südamerika und Asien vor. Der Brauch, das Haus oder die Wohnung in der Weihnachtszeit mit Stechpalmen zu dekorieren, kommt ursprünglich aus Großbritannien. Von Nordamerika aus breitete sich der Brauch aus und heutzutage sieht man immer öfter in den Geschäften Stechpalmen in den Auslagen, so Roland Eberwein, Leiter der Abteilung Botanik am Kärntner Landesmuseum.

„Die Stechpalme ist ein kleiner Baum mit immergrünen stechenden Blättern und sehr attraktiven roten Früchten.“ Früchte und Blätter sind trockenresistent, das bedeutet, dass sie in warmen Zimmern lange schön bleiben. Daher eigne sie sich im Winter sehr gut zur Dekoration, so Eberwein.

Stacheln vermutlich Fraßschutz
Nicht nur die roten Beeren sind attraktiv, sondern auch die glänzenden Blätter. Vor allem die Blätter in Bodennähe seien stark bestachelt, daher nehme man an, die Stacheln seien ein Fraßschutz, sagte Eberwein. In Wipfelhöhe werden die Blätter einfacher und haben keine Stacheln. In Mitteleuropa gibt es aus der Gattung Ilex nur eine einzige Art: „Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in Ostasien und Südamerika.“

Nicht in Kärnten oder Osttirol heimisch
Aufgrund der Attraktivität dieses Strauchs sind mittlerweile auch Züchtungen entstanden, die in Gartenanlagen oder Parks gerne gepflanzt werden, so Eberwein. „Sie haben unterschiedliche Blattarten und auch Panaschierungen, also weiße Zeichnungen.“ Die mitteleuropäische Art Ilex Aquifolium wächst meist in atlantischen Klimalagen. Sie brauchen Feuchtigkeit und gut humosen Boden, so Eberwein: „Sie kommt in Österreich vor, aber nur im Alpenvorland in Vorarlberg bis ins Burgenland. Nicht heimisch ist sie jedoch in Osttirol oder Kärnten. Wenn man sie pflanzt gedeiht sie aber recht gut.“ Sie sei winterhart, solange der Frost nicht zu stark sei und solange es nicht zu trocken werde.

Teilweise unter Naturschutz
Bei der europäischen Art sind alle Pflanzenteile giftig. Es gebe aber auch Arten, die für Getränke genutzt werden können. Ein klassisches Beispiel sei eine südamerikanische Art, der Ilex Paraguariensis, aus der Matetee gewonnen werde. Die Blätter werden getrocknet und wirken leicht aufputschend."
Aufgrund der hohen Nutzung steht die Stechpalme in manchen Teilen Mitteleuropas unter Naturschutz: „Die Pflanze ist häufig genutzt worden, aufgrund der rauen Oberfläche der Blätter und der Stacheln, man hat sie in Norddeutschland zum Schornsteinfegen verwendet. Mit dem Holz kann man gut schnitzen und drechseln, es ist ein wertvolles Holz. Größere Mengen hat man auch beim Buchdruck gebraucht, sodass die Bestände zurück gegangen sind.“

Früchte sind für Vögel Winterfutter
Die Stechpalme kann Wurzelschösslinge ausbilden und als Dickicht zum Unterschlupf für Vögel oder Insekten werden. Die Früchte mit mehreren Kernen seien für Vögel genießbar, so Eberwein. Ilex ist genügsam, was den Boden betrifft. Sie mag keinen Kalk, tiefgründiger und humoser Boden in Gärten sei ideal. Es gebe männliche und weibliche Blüten, die an unterschiedlichen Individuen sitzen, daher sollte man mehrere setzen. Die Stechpalme ist eine robuste Pflanze, die bis zu fünf Meter hoch werden kann. Sie sollte aber nicht außerhalb von Gärten verbreitet werden, denn sie sei eine invasive Art.

red, kaernten.ORF.at

https://kaernten.orf.at/stories/3133211/

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