Anhaftend: Die Aufkleber-Sammlung

Der Baubeginn des Atomkraftwerkes in Zwentendorf bei Tulln jährt sich heuer zum 50. Mal. In unserer Sammlung der Abteilung Landesgeschichte wurden wir zum aktuellen Thema fündig.

In den Jahren nach dem Baubeginn des Atomkraftwerkes bildete sich eine Bürgerbewegung gegen die Inbetriebnahme. Dadurch entschloss sich der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky zur Frage der Kernkraftnutzung eine Volksabstimmung anzusetzen. Dies war die erste Volksabstimmung auf Grundlage der Bundesverfassung von 1920. Die Volksabstimmung fand am 5. November 1978 statt und obwohl Regierung und Gewerkschaften massiv für eine Zustimmung warben, votierten die Wähler:innen mit knapper Mehrheit dagegen. Bei einer Wahlbeteiligung von fast zwei Drittel der wahlberechtigten Österreicher:innen stimmten 50.5% gegen die Inbetriebnahme von Zwentendorf, wodurch dort nie Atomstrom erzeugt wurde.

Zu dieser Zeit wurden auch die Aufkleber gegen Atomkraftwerke stark verbreitet, sodass sie auch Eingang in unsere landeskundliche Sammlung gefunden haben. Diese Sammlung der unbenutzten Aufkleber aus den 1970er und 1980er Jahren besteht aus insgesamt 113 „Pickerln“, die zehn verschiedene Motive zeigen. Einer dieser Aufkleber ist der hier gezeigte „Keine Atomkraftwerke! Zwentendorf! Einmal, Immer NEIN!“ und einige dieser Aufkleber finden nach wie vor Verwendung.

Anhaftend: Die Aufkleber-Sammlung