Internationaler Frauentag

Frauen vor den Vorhang

Auf der Suche nach berühmten, historischen Frauen wird man auch im Landesmuseum Kärnten fündig.

Ein schönes Beispiel hierfür ist das Portrait der Gräfin Kunigunde von Spanheim, einer legendären Stifterin des Klosters Viktring bei Klagenfurt. Dieses Bild wurde 1732 vom bekannten Barockkünstler Josef Ferdinand Fromiller gemalt.

Am heutigen Internationalen Frauentag richten wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf das Sammelgut des Museums, sondern auch auf die vielen Frauen, die sich tagtäglich mit der Erforschung und Dokumentation von weiblichen Spuren in der Geschichte auseinandersetzen.

Eine dieser Kolleginnen ist die wissenschaftliche Assistentin der Abteilung Kunstgeschichte, Frau Mag. Dr. Brigitte Ponta-Zitterer, die uns das Portrait der Klosterstifterin Kunigunde nachstehend erläutert. Neben ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin der Abteilung Kunstgeschichte hat sich Brigitte Ponta-Zitterer in ihrer Dissertation, die vor Kurzem als Buch erschienen ist, auch sehr um die Aufarbeitung des Gesamtwerkes des Klagenfurter Bildhauers Josef Kassin bemüht. Dafür bekam sie den Preis des Geschichtsvereins und des Landeshauptmanns von Kärnten verliehen. Letztes Jahr wurde unsere Kollegin außerdem zur Obfrau des Feldkirchner Museumsvereins, der das örtliche Amthofmuseum ehrenamtlich betreut, ernannt.

Josef Ferdinand Fromiller (1693–1760), Gräfin Kunigunde von Spanheim, um 1732
Technik: Öl auf Leinwand, Maße: 213 x 141 cm, Inv.-Nr. K 955/B

Das Barockgemälde stammt aus dem 1142 gegründeten und 1786 aufgelösten Zisterzienserstift Viktring bei Klagenfurt und gehört zu einem insgesamt sechs Figuren umfassenden Bilderzyklus, der laut einer im Kärntner Landesarchiv erhalten gebliebenen Originalrechnung vom 18. Februar 1732 im Auftrag des Abtes Benedikt Mulz von Josef F. Fromiller für einen nicht näher identifizierten Repräsentationssaal im Konventtrakt des Klosters geschaffen wurde. Die 1976 im Stiftsgebäude stark verschmutzt und beschädigt aufgefundenen Porträts gelangten schließlich mit der sogenannten Sammlung-Botka in Form eines Kaufvertrages am 24. November 1977 in den Besitz des Landes Kärnten.

Diese überlebensgroßen Stifterbilder stellen jene bedeutenden Persönlichkeiten dar, die für das Kloster Viktring als Gründer oder Wohltäter laut den damals vorliegenden Urkunden und Legenden historisch nachweisbar waren. Unter den sechs Bildnissen befindet sich u. a. auch das ganzfigurige Porträt der Gräfin Kunigunde von Spanheim, einer Tochter des steirischen Markgrafen Ottokar II., die laut urkundlicher Überlieferung gemeinsam mit ihrem Gemahl Bernhard von Spanheim, Graf von Trixen im Jahre 1142 mit einer großzügigen Schenkung die Gründung des Klosters Viktring veranlasst hat und 1161 in Admont verstorben ist. Das hier in typisch barockem Pathos wiedergegebene Stifterbild zeigt Kunigunde im jugendlichen Alter in vornehmer aufrecht stehender Pose mit reich verzierter Kopfbedeckung. Mit der linken Hand rafft sie den hermelinbesetzten roten Mantel vor der Körpermitte hoch. Das kostbar wirkende schwarze Kleid ist mit Gürtelschnalle und Agraffe geschmückt. Mit der Rechten besiegelt sie ein am Tisch neben ihr vor zwei aufgestellten Urkundenbänden liegendes Dokument, vermutlich den Viktringer Stiftungsbrief. Der violette Vorhang im Bildhintergrund gibt den Blick auf ein Fenster frei, durch das man das Kloster und den Turm der Stiftskirche von Viktring erkennen kann. Direkt darunter ist am rechten Bildrand das Wappen der mit den Spanheimern verwandten Familie der Herren von Mallenthein (Malta), eine aufrecht stehende goldene Leiter auf blauem Grund, mit der Umschrift: CUNEGUNDIS MARCHIONISSA CARINTHIAE UXOR ELS. MCXVII, wonach Kunigunde fälschlich als Markgräfin von Kärnten tituliert wird, dargestellt. Auch das in der Umschrift mit 1117 angegebene Viktringer Klostergründungsjahr beruht eigentlich auf einem Irrtum des Geschichtsschreibers Hieronymus Megiser und müsste nach heutigem Wissensstand eigentlich auf 1142 korrigiert werden.

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