Tempelhupfen

Spiele der Großeltern

In diesen März-Wochen 2020 sind wir alle - Groß und Klein - in (Vor)Sorge aufgrund viraler Bedrohung. Während Enkel ihre Großeltern in diesen Tagen gerade nicht besuchen und der Gefahr unbeabsichtigter Infektion aussetzen sollten, können sie dennoch im Spiel miteinander verbunden sein.

Und zwar ganz einfach, indem sie die Spiele der Großeltern spielen - an den ersten warmen Frühlingstagen auch bevorzugt im Freien (aber vorerst nur innerhalb der Familie und noch ohne die Freunde ...).

Beim „Tempelhupfen" (auch „Kastlhupfen", „Manndlhupfen", „Paradieshüpfen" bzw. „Himmel und Hölle" genannt) wurde auf dem Boden die in mehrere Kästchen geteilte Spielfigur (der „Tempel") aufgezeichnet. Wie für den Namen erfanden die Kinder auch für die Regeln und die Spielfigur verschiedene Abwandlungen, doch ging es immer darum, einen Spielstein zunächst in das erste Kästchen zu werfen und danach fehlerlos mit beiden Beinen (in einem zweiten Durchgang dann auf einem Bein) in alle freien Kästchen zu hüpfen (ohne Übertreten der Begrenzungslinien) und den Spielstein aufzuheben. Dann folgte der Wurf ins nächste Kästchen.

Text: Günther Biermann, 2004, aus dem Band 11 der Ehrentaler Museumsschriften „Säuggeletreiben, Tempelhupfen und Eierpecken: Kindheit und Spiel vergangener Tage".

Abbildung: Kinder beim Tempelhupfen, Fotoarchiv Landwirtschaftsmuseum Ehrental