Palmbuschen - Form

Lange Bünde aus Weidenruten oder kurze Palmsträuße?

In vielen Tälern Kärntens gibt es im Vorfeld des Palmsonntages den Brauch, Palmbuschen zu binden. Diese bieten, wie überall in alpinen Gegenden, ein farbenprächtiges Bild.

In Kärnten werden dabei seit jeher zwei Großgruppen von Palmbuschenformen unterschieden: In Unterkärnten sind unterschiedlich lange Bünde aus Weidenruten, manchmal bis zu fünf Meter lang, üblich. In Oberkärnten herrschen kurze Palmsträuße, die auf lange Haselstangen gesteckt werden, vor. In den letzten Jahren haben sich in den Städten kleine Palmsträuße durchgesetzt. Sie sind sehr handlich und leicht zu transportieren.

Welche Pflanzen zum Binden des Palmbuschen verwendet werden, unterscheidet sich von Ort zu Ort. Erlaubt ist alles was die Natur hergibt oder das Brauchtum empfiehlt. Beliebt sind neben Palmkätzchen auch Buchs, Wacholder, Eibe, Stechpalme, Kirschlorbeer, Zeder und Efeu.

Abbildung: Kinder mit typischen Oberkärntnerpalmbuschen bei einer Palmweihe (Pfarre nicht zugeordnet), 1952, Volkskundliche Sammlung des Landesmuseums Kärnten, Inv.-Nr. F 3797