Nachtfalterleuchten

Amphitheater Virunum

Ein lauer und windstiller Frühlingsabend im Amphitheater Virunum. Es ist optimal für die Erforschung der nachtaktiven Kleintierwelt.

Das Käuzchen ruft im umgebenden Wald. Ein Platz der Archäologie und Geschichte. In Form von angewandter Zoologie beginnt Geschichte mit flatterhaften Wesen zu leben.

Auf dem Gelände des ehemaligen Amphitheaters scheint alles wie immer. Fast wie immer. Mobile "Leuchttürme" sind im Gelände an ausgewählten Standorten aufgestellt. Die Sonne geht unter, das ultraviolette Licht in den "Leuchttürmen" aus Gaze lockt mit einbrechender Nacht nach und nach fragile Besucher an... Schmetterlinge...

Zweck der Übung ist eine Grunderhebung des Nachtfalterbestandes im Umkreis des antiken Amphitheaters. Das Artenspektrum verspricht anders zu sein als auf dem Gelände des bereits untersuchten, aber um einiges höher gelegenen und damit klimatisch minderbegünstigten Archäologischen Parks Magdalensberg, wo bereits seit 20 Jahren Erhebungen stattfinden. (Der Letztstand für den Standort Magdalensberg belegt märchenhafte 1001 Schmetterlingsarten.) In Wochenschritten verändert sich das Artenspektrum. Um zu dokumentieren, was so alles an "lichtscheuem" Getier fleucht und kreucht, muss ein ganzes Jahresspektrum betrachtet werden. Die Artendiversität ist im Frühling noch gering, hat Anfang Juli ihren Höhepunkt und flaut bis Anfang November wieder ab. In optimalen Sommernächten sind pro Erhebung bis zu 200 unterschiedliche Nachtfalterarten, abgesehen von all dem anderen Krabbelgetier zu erwarten. Die ersten beiden Versuche im Frühling bestätigten bereits über 60 verschiedene Arten der faszinierenden Wesen ... ein ermutigender Forschungsstart.

Abbildung Startseite 1: Leuchtturm im Amphitheater Virunum, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung Startseite 2: Nachtfalter oben: Haseleule, Colocasia coryli, Nachtfalter unten: Südliches Kleines Nachtpfauenauge, Saturnia pavoniella, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung 1-4: Leuchttürme im Amphitheater Virunum, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung 5: Abenddämmerung im Amphitheater, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung 6: eingeschaltete Leuchttürme dienen als einzige Lichtquelle, Foto: Manuel Vilgut

Abbildung 7: Nachtfalter oben: Haseleule, Colocasia coryli, Nachtfalter unten: Südliches Kleines Nachtpfauenauge, Saturnia pavoniella, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung 8: Espen-Zahnspinner, Notodonta tritophus, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten

Abbildung 9: Nagelfleck, Aglia tau, Foto: Christian Wieser, Landesmuseum Kärnten