KELTENWELT FRÖG (PARTNERMUSEUM)

GÖTTER, GRÄBER UND 3000 JAHRE GESCHICHTE – EINE ZEITREISE ZU UNSEREN WURZELN

Die „Keltenwelt Frög-Rosegg“ versucht, Einblicke in die Lebensweise, die Wirtschaft, den Kult, das Weltbild und die Gesellschaftsstruktur unserer Vorfahren zu geben. Aktionstage, an denen auch das Landesmuseum für Kärnten beteiligt ist, bieten Möglichkeiten zur museumspädagogischen Vertiefung und machen das weite Feld der experimentellen Archäologie erlebbar.

Im Jahre 1882 wurde in Frög bei Rosegg eines der größten und bedeutendsten Hügelgräberfelder des Südostalpenraumes entdeckt. Plünderungen und erste wissenschaftliche Ausgrabungen brachten zwischen 1883 und 1892 kostbare Funde ans Licht. Weitere, nicht sonderlich ergiebige Feldforschungen fanden im 20. Jahrhundert statt, moderne Ausgrabungen durch das Landesmuseum für Kärnten in den Jahren 2002 und 2010.

Tiefgreifende wirtschaftliche und politische Veränderungen erfassten Mitteleuropa im Laufe des 9. Jahrhunderts v. Chr. und führten zur Entstehung der sogenannten Hallstattkultur. Am Burgberg von Rosegg wird erstmals in Kärnten ein Herrschaftszentrum sichtbar, gewissermaßen die älteste bislang bekannte „Hauptstadt“ Kärntens. Sie sollte rund 300 Jahre bestehen. Für die Platzwahl war einerseits die verkehrsgeographische Lage des Villacher Raumes von Bedeutung, andererseits die Position des Burgbergs in einer Flussschleife an der Drau.

Die Siedlung selbst war einst wohl repräsentativ bebaut und von einer Wehrmauer umgeben. Im Zuge der Errichtung der mittelalterlichen Burg der Herren von Ras, von denen Rosental seinen Namen hat, wurde die hallstattzeitliche Siedlung weitestgehend zerstört. Der Großraum Villach war zur Hallstattzeit durch zeitgleiche Burgen auf dem Tscheltschnigkogel über Warmbad sowie auf Landskron gut gesichert bzw. kontrolliert. Dazu kamen landesweit und an strategisch günstigen Stellen gelegen eine Reihe weiterer kleinerer Burgen, die der Herrschaft von Frög-Rosegg unterstanden.

Wie das Fundgut aus den zur Siedlung am Burgberg gehörenden Gräbern in Frög zeigt, standen die „Herren von Rosegg“ in regem Kontakt mit den Stämmen und Völkern in Mittelitalien, Süddeutschland sowie im mittleren Donauraum. Die Bestattung in Grabhügeln – anders ausgedrückt in gut sichtbaren Grabmonumenten – sollte die herausragende Stellung der im Gräberfeld von Rosegg beigesetzten Toten zum Ausdruck bringen, sie auch der Vergessenheit entreißen. Das Recht, derartige Grabmonumente zu errichten, blieb auf die Oberschicht begrenzt.

Der archäologische Park „Keltenwelt Frög-Rosegg“ versucht insbesondere durch eine Reihe von Nachbauten Zugang zur „Welt der Kelten“, wie die Geschichtsschreiber und Geographen des Mittelmeerraumes diese Epoche mit Bezug auf ganz Mitteleuropa etikettierten, zu geben. Zu sehen sind abgesehen von zahlreichen „Ruinen“ von Grabhügeln zwei modern nachuntersuchte und rekonstruierte Hügelgräber, eine Verbrennungsstelle (Ustrinum), ein „Heiliger Hain“ der Göttin Noreia sowie Bauelemente und Figurengruppen, die einen Einblick in das tägliche Leben der Menschen vor über 2.500 Jahren ermöglichen. Schillernde originale Fundstücke aus Grabhügel 120, einem Frauengrab, ergänzen die Rekonstruktionen. Kleine Sonderausstellungen vertiefen unterschiedlichste Themen.

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STANDORT

Keltenwelt Frög (Partnermuseum)

9232 Frög bei Rosegg, Bergweg 22

T: +43 (0)4274/52554
E: keltenwelt@aon.at

Öffnungszeiten:
15. Mai bis 30. Juni: Mi bis So 10-18 Uhr, Letzter Einlass 17:30 Uhr!
1. Juli bis 31. August: Di bis So u. Feiertag 10-18 Uhr, Letzter Einlass 17:30 Uhr!
1. September bis 1. November: Mi bis So 10-18 Uhr, Letzter Einlass 17:30 Uhr!
Wichtig: wetterbedingte Änderungen vorbehalten!