RUDOLFINUM

DERZEIT AUFGRUND GENERALSANIERUNG GESCHLOSSEN.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Generalsanierung „Rudolfinum Neu“.

Das Landesmuseum für Kärnten zählt zweifellos zu den wichtigsten Repräsentationsbauten des strengen Historismus in Klagenfurt am Wörthersee. Der für den Bauplan des Museums verantwortliche Architekt Gustav Gugitz wurde am 10. Mai 1836 in Klagenfurt geboren und absolvierte sein Studium in Wien. Seine praktische Ausbildung erfuhr Gugitz im Atelier der Architekten Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg und war bis 1869 maßgeblich an der Errichtung der Wiener Hofoper beteiligt. Gugitz gilt auch als Schöpfer zahlreicher Holzbauten der Wiener Weltausstellung 1873, wo er u. a. einen großen Anteil am Kaiserpavillon hatte. Ab 1876 wirkte er als Professor und Direktor an der Bau- und Maschinengewerbeschule in Wien. In seiner Heimatstadt Klagenfurt bekam Gugitz, nachdem er im Spätsommer 1877 am Viktringer Ring die Acker- und Bergbauschule erbaut hatte, auch den Auftrag zur Planung des unmittelbar benachbarten Kärntner Landesmuseums. Das vorwiegend im Stil der Neorenaissance ausgeführte Vereinsmuseum wurde in den Jahren 1879–1883 unter finanzieller Mithilfe durch ein zinsloses Darlehen der Kärntner Sparkasse errichtet. Bereits am 24. April 1879 fand die feierliche Grundsteinlegung für das neue Museumsgebäude statt. Die offizielle Eröffnung ereignete sich unter der Patronanz von Kronprinz Erzherzog Rudolf allerdings erst im Sommer 1884, der am 10. Juli den Schlussstein setzte und dem zu Ehren das Haus als Rudolfinum bezeichnet wurde. Gugitz stellte die gesamten Architekturpläne übrigens kostenlos zur Verfügung und hatte bis zu seinem frühen Tod am 17. Juli 1882 auch die Bauaufsicht über. Die endgültige Fertigstellung des Museums erfolgte durch den damaligen Bauleiter Wilhelm Heß (1846–1916), der später selbst zu einem bedeutenden Architekten im Kärntner Zentralraum aufstieg. Das palaisartige Museumsgebäude ist leider im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer stark beschädigt worden und erhielt in weiterer Folge zahlreiche ergänzende Einbauten vor allem im Bereich der beiden Innenhöfe.

Der Weg zur Neukonzeption und Generalsanierung des Rudolfinums wurde in den letzten Jahren durch unterschiedliche Analysen und mehrere Studien aus verschiedenen Blickwinkeln vorbereitet. Aufgrund baulicher und konservatorischer Problemstellungen erfolgte im Jahr 2013 die Anmietung eines Zwischenstandortes auf dem Klagenfurter Siemens-Gelände als provisorisches Sammlungsdepot und als Bürogebäude für die Bereiche Wissenschaft und Verwaltung. Während einer ersten Bauphase wurde daraufhin das Dach des Rudolfinums gesichert und die Neugestaltung der Fassade in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt.

Mit dem Regierungsbeschluss zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs im September 2015 wurde der Anstoß zur architektonischen Auseinandersetzung und Neugestaltung für den historischen Museumsbau Rudolfinum gegeben. Aus dem öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb mit 26 nationalen und internationalen Teilnehmern wurde im März 2016 der Entwurf des Klagenfurter Büros Winkler und Ruck Architekten von der Jury (Vorsitz: Architekt Mag. Arch. Andreas Cukrowicz) einstimmig mit dem ersten Preis zur Neugestaltung des Rudolfinums bedacht:

Der Entwurf führt das Gebäude auf seine ursprüngliche klare Grundstruktur zurück, entfernt störende nachträgliche Einbauten und erreicht sämtliche zur funktionalen Ertauglichung erforderlichen Maßnahmen durch minimale homöopathische Eingriffe. (…) Gratulation. So einfach und unaufgeregt kann es sein. Ehrung und Wertschätzung des Alten, zurückhaltendes Ergänzen und Begrüßen des Neuen.

Am 5. Mai 2020 erfolgte nach Einrichtung der Baustelle für die Umsetzungsphase "Landesmuseum Rudolfinum NEU" der Spatenstich durch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser.


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STANDORT

Rudolfinum

9021 Klagenfurt am Wörthersee, Museumgasse 2

T: +43 (0)50 536-30599
E: willkommen@landesmuseum.ktn.gv.at

Öffnungszeiten:
Derzeit aufgrund Generalsanierung geschlossen - Neueröffnung 2022.